Über ein ganz besonderes Hilfsprojekt
Thannir“ heisst Wasser, es ist aber auch die Bezeichnung für den gleichnamigen Verein. Gegründet wurde das Hilfsprojekt vor vier Jahren von zwei vor vielen Jahren in die Schweiz emigrierten Tamilen, die sich ihrer Herkunft verpflichtet fühlen. In Zusammenarbeit mit engagierten Schweizerinnen und Schweizern und einem umtriebigen Präsidenten, Othmar Fellmann aus Olten, wurde der Verein vor vier Jahren gegründet.
Wasser ist essentiell zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Betrieben
und Gärten, zum Kochen und Waschen. Mit dem Projekt „Thannir“ helfen
Freiwillige vor Ort und in der Schweiz den Menschen in einer abgeschiedenen
sri-lankischen Provinz Kilnochchis Brunnen zu bauen, um dadurch eine wichtige
Lebensgrundlage für die tamilische Bevölkerung zu sichern.
Mit grossem Engagement unterstützt wird der Verein auch von Suthakaran
Ganapathipillai (Sutha), Familienvater und SP Politiker, der seit 32 Jahren in
der Schweiz lebt und als Projektleiter im der Med-Tech arbeitet. Er und der
pensionierte Journalist und Autor Yoha Alvar Gasinathar kennen die Gegend und
die Mentalität der Menschen, in Sri-Lanka und in der Schweiz. Das sind die
besten Voraussetzungen, um möglichst effizient Hilfe vor Ort leisten zu können.
Sutha, Yoha und Othmar bilden auch den umtriebigen Vereinsvorstand. Die beiden
Exiltamilen reisen regelmässig und auf eigene Kosten ins Projektgebiet und
verfolgen die Projektfortschritte. Jeder Franken, der gespendet wird, kommt zu hundert
Prozent direkt bei den Leuten an und lässt sauberes Wasser in Sri Lanka
fliessen. Direkte, unbürokratische, professionelle Hilfe zur Selbsthilfe, ohne
Overhead und Verwaltungskosten. Unterstützt wird Thannir in der Schweiz
auch von der tamilischen Diaspora; Herkunft verpflichtet. Der Verein kann trotz
Corona Projekte in Sri Lanka realisieren. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht
derzeit das Bohren von Brunnen. Soeben wurde auch der Bau eines tiefen
Sodbrunnens für zwölf Familien fertiggestellt.
Das Corona-Virus bestimmt derzeit das Leben der Menschen. Nicht nur in
der Schweiz, sondern auf der ganzen Welt. Regierungen westlicher Länder
versuchen, durch eine Reihe von diversen Massnahmen wie dem Tragen von Masken
sowie Abstands- und Hygieneregeln das Mass der Ausbreitung zu begrenzen.
Sauberes Trinkwasser ist in Srilanka keine Selbstverständlichkeit. „Für
Hygiene braucht man sauberes Wasser“, sagt Sutha. Deshalb wurde für 2020 ein
budgetierter Sodbrunnen gestartet, wobei vorher Offerten eingeholt worden
waren. In sieben ländlichen Gemeinden werden Bohrungen bis in eine Tiefe von 80
Metern durchgeführt. Das Wasser wurde analysiert und anschließend Rohre in den
Boden getrieben, um das saubere Wasser an die Erdoberfläche zu pumpen. „Zehn
Rohrbrunnen sind bereits fertiggestellt, ab diesem Sommer werden weitere
gebaut“, sagt Sutha. Der neu errichteten Sodbrunnen dient zehn Familien als
Grundwasserversorgung. Somit konnte fast
die Hälfte der vorgesehenen Projekte (siehe Liste unter www.thannir.ch) realisiert werden. Neu sind als direkte
Hilfe neben den Brunnen der Bau von zwei
Krankenstationen und der Bau einer
Schule vom Verein ins Auge gefasst worden.
Trotz Corona hat der Verein «Thannir – direkte Hilfe» seine Tätigkeiten im Jahr 2020 weitergeführt. So wurde im Frühling eine grosse spontane Hilfsaktion gestartet. Unterstützt wurden an die 500 vom Lockdown betroffenen Familien im Gebiet von Kilinochchi. Mit der Hilfe junger Tamilinnen und Tamilen des Vinayakar Sports Club (VSC) liessen wir die Essrationen (siehe www.thannir.ch) an die Bedürftigen verteilen. Als weitere direkte Hilfe spendeten wir dem Sportclub 1000 Fr. für den Kauf von Fussball- und Cricketutensilien. Der Club besass bis jetzt kaum einen Ball, geschweige denn ein Dress, geeignetes Schuhwerk oder Tornetze.
Das war auch dank grosszügiger Beiträge einiger Spenderinnen und Spender
möglich, was uns sehr gefreut hat. An dieser Stelle sei auch der Rotaryclub
Reusstal mit Sitz in Bremgarten erwähnt, der dem Verein letztes Jahr eine
grosszügige Spende zukommen liess. Dank dieser finanziellen Hilfe und weiteren,
zum Teil sehr spendablen Einzelpersonen kann die Projektarbeit weitergeführt
werden. Es bleibt noch viel zu tun, sind doch von den vorgesehenen 33 geplanten
Unternehmen erst rund die Hälfte erfüllt. Daneben gibt es immer wieder spontane
und höchst notwendige Hilfeleistungen zu übernehmen. Das meinen wir mit unmittelbarer
Hilfe, und darum nennt sich der Verein auch „direkte Hilfe Thannir – Wasser“.

